Nachdenkliches

#1 von thora , 03.08.2011 08:44



Ein Mann sprach zu einem anderen:
Vor langer Zeit schrieb ich mit der Spitze meines Stabs
eine Zeile in den Sand - als die Flut kam;
und die Menschen bleiben immer noch stehen,
um die Worte zu lesen, und sie achten darauf,
daß sie nicht verwischt werden.

Und der andere Mann sprach:
Auch ich schrieb eine Zeile in den Sand,
doch zur Zeit der Ebbe; und eine Woge der rauhen See
spülte sie fort. Aber sage mir, was hast Du geschrieben?

Und der erste Mann antwortete, indem er sprach:
Dies: Ich bin der, der ist. Und wie lauteten deine Worte?

Der andere sprach: Ich schrieb
Ich bin nur ein Tropfen dieses weiten Ozeans.



von Khalil Gibran

 
thora
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zuletzt bearbeitet 03.08.2011 | Top

Mondlicht

#2 von thora , 14.02.2012 09:29

Mondlicht

Wie liegt im Mondenlichte
Begraben nun die Welt;
Wie selig ist der Friede,
Der sie umfangen hält!

Die Winde müssen schweigen,
So sanft ist dieser Schein;
Sie säuseln nur und weben
Und schlafen endlich ein.

Und was in Tagesgluten
Zur Blüte nicht erwacht,
Es öffnet seine Kelche
Und duftet in die Nacht.

Wie bin ich solchen Friedens
Seit lange nicht gewohnt!
Sei du in meinem Leben
Der liebevolle Mond!

Quelle: Theodor Storm: Sämtliche Werke in vier Bänden Band 1

 
thora
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Freundschaft

#3 von thora , 14.02.2012 09:31

Freundschaft

wenn es mich friert
deckst du mich zu
wenn es mich ängstigt
bringst du mich zur Ruh
wenn ich ohne Ziel bin
zeigst du mir den Weg
wenn ich einsam bin
schenkst du mir Geborgenheit
wenn ich glücklich bin
freust du dich mit mir
wenn ich mich im Kreise dreh
bremst du mich mit sanften Worten
wenn ich mich selber nicht mag
schenkst du mir Güte


schön das wir uns fanden

 
thora
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